Dirndlbrand
Reclaiming the Dirndl
ÜBER DIE SENDEREIHE

Bild zur Sendereihe
Subversives Handarbeiten und Radiomachen im öffentlichen Raum

Bier- und Volksfeste erobern neuerdings den urbanen Raum. Das Dirndl wird dabei als Symbol von kitschiger Weiblichkeit instrumentalisiert. Bodenständigkeit verschränkt sich scheinbar bekleidungstechnisch mit Rechtspopulismus. Im Kontext einer satten Informationsgesellschaft erlangt auch Handarbeiten einen boboesken Hobbycharakter, Heim- und Herd-Behübschung vermischt sich in einer Geschicklichkeitsschau individueller Mehrwerterzeugung. Dieser zunehmend autoritären und neoliberalen Entwicklung der laufenden symbolischen Aneignung von kulturellen Praktiken wird in der geplanten Sendung schrittweise sichtbar, hörbar und erfahrbar gemacht.
Irritationen des Gewohnten: Wir entfremden daher Dirndln, sticken Botschaften und Demo-Sprüche auf Schürzen, die als Bekleidungs-Transparent im öffentlichen Raum dienen. In der öffentlichen Schürzenbestickung – an Plätzen, in Parks, in Gasthäusern und Cafes, die immer wieder über ORANGE 94.0 bekannt gegeben werden – sollen unbeteiligte Menschen interessiert, interessierte Menschen eingebunden und buntes Vielerei erzeugt werden. Die Schürzenvielfalt wird zudem zur Kreation eines ‚Dirndlblocks‘ auf den Demos der Wintersaison, sowie den herbstlichen Erntedankfeste in den kommenden Monaten einsatzbereit.
Die Radiosendung nimmt in diesem kulturell vermittelten Gender-Dilemma zweierlei Ideen auf: Handarbeiten als Kollektivierung, die kritisch reflektiert und die Kulturtechniken des textilen Werkens in einer Bandbreite ästhetischer Vielfalt anwendet. Wir diskutieren historische und aktuelle Entwicklungen von Bekleidung, Klasse und Produktionsbedingungen. Wir laden dabei regelmäßig Gäst*innen ein, die als Künstlerinnen, Volkskundlerinnen und Aktivistinnen ihre Interventionen und ihre Beziehungen zum ‚Dirndl‘ erläutern. KleiderproduzentInnen erzählen von ihren Arbeitserfahrungen in der Bekleidungsindustrie und in einem aussterbenden Gewerbe. Die rechtspopulistische Vereinnahmung von Alltagssymbolen durch bestimmte Kleider, Stile und Traditionsbezüge soll dadurch nicht nur hinterfragt, sondern auch parodiert werden.

Die Sendung besteht grob aus drei Teilen. Thematisch sich anlehnende Musik, Live-Gesprächen bzw. Interviews und einer regelmäßigen literarischen Miniatur und wird hauptsächlich live-moderiert und gefahren. Vorproduktionen – etwa in den Sommermonaten – können hin und wieder passieren.

Sprache: Deutsch

Eine Sendereihe von: Christa Reitermayr, Lale Rodgarkia-Dara, Ulli Weish


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